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Nachtspeicher ersetzen: Alternativen, Kosten, Förderung & was sich wirklich rechnet

Kurzantwort

Einen Nachtspeicher musst du nicht allein deshalb ersetzen, weil er alt ist. Ein Austausch kann sinnvoll werden, wenn hohe Betriebskosten, schlechte Regelbarkeit, ein Defekt, ein Schadstoffverdacht oder eine ohnehin geplante Modernisierung dafür sprechen. Ob elektrische Einzelraumheizung, Infrarotheizung, Wärmepumpe oder eine Kombination am besten passt, hängt vor allem von Wärmebedarf, Nutzung, vorhandener Infrastruktur und deinem Stromtarif ab – und davon, was Anschaffung und Wartung über die Jahre kosten. Eine Wärmepumpe spart im Betrieb, kostet in der Anschaffung aber ein Vielfaches.

Alle Rechenbeispiele in diesem Ratgeber sind Modellwerte mit offengelegten Annahmen – keine Einsparprognose und keine Garantie. Rechtsstand, Förderung und Preise: Stand 26.09.2026. Fragen zu Bedienung, App und Montage unserer Aeroflow-Heizkörper und LUMERA-Infrarotheizungen beantworten unsere FAQ zu Aeroflow und zu LUMERA.

Das Wichtigste in 7 Punkten

  • Alte Nachtspeicher müssen nicht automatisch raus – weder in Österreich noch in Deutschland gibt es eine pauschale Austauschpflicht wegen des Alters.
  • Schadstoffe klärst du vor dem Ausbau, nicht danach.
  • Ein elektrischer Heizkörper macht aus einer Kilowattstunde Strom nicht mehr Wärme als ein anderer.
  • Unterschiede im Verbrauch entstehen durch Wärmebedarf, Regelung und Nutzung.
  • Eine Wärmepumpe macht aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme – kostet in Anschaffung und Wartung aber deutlich mehr.
  • Ob sich die höhere Investition rechnet, hängt vor allem davon ab, wie viel du über das Jahr heizt – und von deinem Tarif.
  • Erst Bestand, Verbrauch, Tarif und Räume prüfen. Erst dann kaufen.

Was bedeutet „Nachtspeicher ersetzen“?

Einen Nachtspeicher zu ersetzen bedeutet, die bestehenden Speicherheizgeräte ganz oder raumweise durch ein anderes Heizsystem abzulösen. Das muss nicht automatisch heißen, dass das ganze Haus umgebaut wird. Ob die vorhandene Elektroinstallation weiter genutzt werden kann und welches System passt, hängt von Gebäude, Wärmebedarf und Tarif ab.

Genau hier liegt der Unterschied zwischen einem technisch möglichen und einem wirklich sinnvollen Austausch: Eine neue Heizung lässt sich fast immer einbauen – und kann trotzdem mehr kosten als vorher. Deshalb solltest du zuerst verstehen, was dein bestehendes System heute leistet und kostet.

Begriffe kurz erklärt

  • Nachtspeicherheizung: Elektrische Heizung, die während festgelegter Ladezeiten Energie aufnimmt, in einem Speicherkern zwischenspeichert und später als Wärme an den Raum abgibt.
  • Nacht- oder Wärmestromtarif: Besonderer Stromtarif bzw. eigenes Messkonzept für elektrische Heizung. Voraussetzungen und Preis hängen von Anbieter und Netzgebiet ab, oft ist ein Zweitarif- oder zweiter Zähler nötig.
  • Heizlast: Die Heizleistung, die ein Raum oder Gebäude unter definierten Bedingungen benötigt.
  • HWB: Heizwärmebedarf – die für die Raumheizung benötigte Energiemenge, meist in kWh/m²a (steht im Energieausweis).
  • Elektrische Flächenspeicherheizung: Direkt geregelte Elektroheizung mit Speicherkern, die Wärme gleichmäßig über Strahlung und Konvektion abgibt – zum Beispiel Aeroflow. Sie lädt nicht nachts auf wie ein Nachtspeicher.
  • Infrarotheizung: Elektrisches Heizpaneel, das vor allem Strahlungswärme abgibt und Personen und Oberflächen direkt erwärmt – zum Beispiel LUMERA.
  • Luft-Luft-Wärmepumpe: Technisch eine Split-Klimaanlage mit Heizfunktion. Ein Außengerät entzieht der Außenluft Wärme, Innengeräte in den Räumen geben sie als warme Luft ab.
  • Stromdirektheizung: Heizung, die Strom unmittelbar in Wärme umwandelt – rechtlich zählen dazu auch Speicher- und Infrarotheizungen.
  • JAZ: Jahresarbeitszahl einer Wärmepumpe – das Verhältnis der über ein Jahr abgegebenen Wärme zum eingesetzten Strom. JAZ 3 bedeutet rechnerisch drei Kilowattstunden Wärme je Kilowattstunde Strom.

Bevor du vergleichst: Diese vier Daten brauchst du

Du musst noch keine Heiztechnik verstehen. Für eine gute erste Entscheidung reichen vier Dinge:

Was Wo du es findest Warum es wichtig ist
Typenschilder deiner Nachtspeicher Seitlich oder unten am Gerät Hersteller, Typ und Baujahr – wichtig für die Schadstofffrage
Heizstromverbrauch der letzten 12 Monate Jahresabrechnung (oft eigener Zähler bzw. NT-Wert) Die beste Basis für jede Kostenrechnung
Dein tatsächlicher Tarif Jahresabrechnung: Arbeitspreis, Grundpreis, Zählerkosten Entscheidet, ob ein Tausch Kosten spart oder erhöht
Raumgrößen und Nutzung Plan oder selbst messen Grundlage für Heizleistung und Systemwahl

Wenn du diese Punkte nicht eindeutig beantworten kannst, ist genau das der erste Schritt vor dem Kauf – nicht die Auswahl des neuen Heizsystems.

Musst du deinen Nachtspeicher überhaupt ersetzen?

Nein. Ein funktionierender Nachtspeicher muss nicht allein wegen seines Alters ersetzt werden.

Spricht eher für Weiterbetrieb Spricht eher für einen Austausch
Geräte funktionieren zuverlässig Geräte werden defekt oder unzuverlässig
Du kommst mit Wärme und Bedienung gut zurecht Wärme steht regelmäßig zur falschen Zeit bereit
Du heizt wenig oder nur zeitweise Räume werden unnötig mitgeheizt
Dein Heizstromtarif ist günstig Dein Heizstromtarif ist unattraktiv geworden
Schadstofffrage ist geklärt Schadstoffe sind ungeklärt
Keine Modernisierung geplant Du modernisierst das Gebäude ohnehin

Die richtige Frage lautet deshalb nicht: „Wie alt ist mein Nachtspeicher?“

Sondern: „Was kostet und leistet das bestehende System für meine konkrete Nutzung?“

So funktioniert ein Nachtspeicher – und warum er schwer zu regeln ist

Ein klassischer Nachtspeicher nimmt innerhalb bestimmter Ladezeiten Strom auf, erwärmt seinen Speicherkern und gibt diese Wärme danach über viele Stunden wieder ab. Das Prinzip stammt aus einer Zeit, in der Netzbetreiber den Stromverbrauch gezielt in die Nacht verlagern wollten.

Der Nachteil: Die Wärmemenge muss zu einem großen Teil vorausgeplant werden. Wurde für einen kalten Tag stark aufgeladen und der nächste Tag wird sonnig, steckt die Wärme bereits im Gerät. Wurde zu wenig geladen, fehlt am Abend Wärme.

Wichtig ist dabei ein Grundsatz:

Ein elektrischer Heizkörper macht aus einer Kilowattstunde Strom nicht mehr als eine Kilowattstunde Wärme. Er verändert nur, wann, wo und wie gezielt du diese Wärme nutzt.

Ein moderneres Gerät kann trotzdem den tatsächlichen Verbrauch im Gebäude verändern – etwa wenn du Räume zeitlich genauer steuerst, Temperaturen absenkst oder ungenutzte Räume nicht mehr mitheizt. Das ist etwas anderes als ein höherer Gerätewirkungsgrad.

Anschlussleistung ist nicht Heizlast

Ein Nachtspeicher muss in wenigen Stunden genug Energie für den ganzen Tag aufnehmen. Seine elektrische Ladeleistung ist deshalb oft deutlich höher als die Heizleistung, die der Raum tatsächlich laufend braucht.

Darum solltest du einen alten 4-kW-Nachtspeicher nicht automatisch durch eine neue 4-kW-Heizung ersetzen. Die neue Heizung wird nach der Heizlast des Raums ausgelegt, nicht nach dem alten Gerät.

Österreich und Deutschland: Gibt es eine Austauschpflicht?

Die rechtlichen Details unterscheiden sich. Deshalb hier bewusst nur die Punkte, die für die grundsätzliche Entscheidung relevant sind.

Österreich

Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz regelt die Wärmeversorgung neuer Baulichkeiten. Eine bundesweite Pflicht, bestehende elektrische Nachtspeicher wegen ihres Alters auszutauschen, ergibt sich daraus nicht.

Baurecht ist in Österreich Landessache. Die OIB-Richtlinien werden erst durch Landesrecht verbindlich; die Ausgabe 2025 der OIB-Richtlinie 6 ist laut OIB mit Stand Juli 2026 in Tirol und Wien umgesetzt. Bei größeren Umbauten lohnt deshalb ein Blick in die Vorgaben deines Bundeslandes.

Deutschland

Seit 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Dafür wurde das bisherige Gebäudeenergiegesetz umbenannt und grundlegend überarbeitet; die allgemeine Vorgabe, dass neue Heizungen zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, ist entfallen. Eine altersbedingte Austauschpflicht für funktionierende Nachtspeicher gibt es nicht.

Für neue Stromdirektheizungen gilt § 46 GModG:

  • In ein bestehendes Gebäude mit Wohnungen darf eine Stromdirektheizung grundsätzlich nur eingebaut werden, wenn das Gebäude die Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz um mindestens 30 % unterschreitet.
  • Das gilt nicht für Gebäude mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine selbst bewohnt – also das typische selbstgenutzte Ein- oder Zweifamilienhaus.
  • Und es gilt nicht beim Austausch einer bestehenden Einzelraum-Stromdirektheizung – also genau dann, wenn du einen Nachtspeicher raumweise ersetzt.

Fazit zum Rechtsteil: „Nachtspeicher sind verboten“ ist falsch. Für ein konkretes Umbauprojekt zählen Gebäudesituation, Landesrecht, Eigentumsverhältnisse und Elektroinstallation.

Asbest & andere Schadstoffe: der Typenschild-Check

Nicht jeder alte Nachtspeicher enthält Asbest. Aber ein ungeklärtes Altgerät solltest du nicht öffnen.

Das Bayerische Landesamt für Umwelt nennt bei historischen Nachtspeichergeräten unter anderem Asbest, PCB-haltige Bauteile, Chrom(VI)-haltige Speichersteine und künstliche Mineralfasern. Für Österreich weist die Stadt Wien darauf hin, dass die überwiegende Zahl der vor 1977 hergestellten Nachtspeicheröfen asbesthaltige Bauteile enthält – Hersteller und Typ helfen bei der konkreten Zuordnung.

Das heißt ausdrücklich nicht: „Vor 1977 = sicher Asbest“ oder „nach 1977 = sicher unbedenklich“.

Dein Typenschild-Check:

  1. Gerät geschlossen lassen.
  2. Typenschild fotografieren.
  3. Hersteller und genaue Modellbezeichnung notieren.
  4. Baujahr erfassen, sofern angegeben.
  5. Schadstoffstatus vor der Demontage klären.

Deutschland: Das Bayerische Landesamt für Umwelt rät privaten Eigentümern ausdrücklich vom eigenen Rückbau und von der Zerlegung vor Ort ab. Das Abklemmen soll ein Elektrofachbetrieb übernehmen.

Österreich: Abbruch- und Asbestsanierungsarbeiten dürfen seit 1. April 2026 nur von ermächtigten Unternehmen durchgeführt werden, die in der Liste der Arbeitsinspektion eingetragen sind (§ 26 Grenzwerteverordnung 2025).

Welche Alternativen gibt es?

Es gibt nicht die eine beste Nachtspeicher-Alternative. Keine Variante ist pauschal „besser“. Entscheidend ist, was zu deinem Gebäude passt.

Lösung Investition Betriebskosten Eingriff ins Gebäude Spricht eher dafür, wenn …
Weiterbetrieb sehr gering stark tarifabhängig keiner Bestand funktioniert, Nutzung gering
Steuerung verbessern gering bis mittel nutzungsabhängig gering Geräte noch gut sind
Elektrische Flächenspeicherheizung (z. B. Aeroflow) gering bis mittel 1 kWh Strom je kWh Wärme gering, wenn Elektroinstallation passt Räume viele Stunden am Tag warm sein sollen
Infrarotheizung (z. B. LUMERA) gering 1 kWh Strom je kWh Wärme gering Wärme kurz oder punktuell gebraucht wird
Luft-Luft-Wärmepumpe (Split-Klimagerät) mittel bis hoch weniger Strom je kWh Wärme, plus Wartung Außengerät mit Schall, Innengerät pro Raum, Kernbohrungen hoher Bedarf, keine Wasserleitungen vorhanden
Luft-Wasser-Wärmepumpe sehr hoch weniger Strom je kWh Wärme, plus Wartung groß – Heizkörper und Leitungen fehlen meist dauerhaft hoher Wärmebedarf und Förderung verfügbar
Fernwärme standortabhängig tarifabhängig Anschluss Netz und Konditionen passen
Kombination variabel nutzungsabhängig variabel Räume unterschiedlich genutzt werden

Die oft übersehene Option: Kombination. Du musst nicht das ganze Haus mit einem einzigen System beheizen. Ein mögliches Konzept: Aeroflow in Wohn- und Schlafräumen, die viele Stunden am Tag warm sein sollen, LUMERA-Infrarot im Bad, Homeoffice oder Hobbyraum mit kurzer Nutzung – und bei sehr hohem Bedarf gegebenenfalls eine Luft-Luft-Wärmepumpe im großen Wohnbereich. Das kann in bestimmten Gebäuden wirtschaftlicher sein als ein vollständiger Systemumbau – und lässt sich Schritt für Schritt umsetzen.

Welche Lösung passt zu deinem Gebäude?

Einfamilienhaus mit dauerhaft hohem Wärmebedarf: Hier solltest du eine Wärmepumpe besonders ernsthaft prüfen. Sie nutzt zusätzlich Umweltwärme – bei hohem Jahresbedarf wirkt sich das stark auf die laufenden Kosten aus.

Haus ohne wassergeführtes Heizsystem: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe braucht Heizflächen und Leitungen, die erst eingebaut werden müssen. Eine Luft-Luft-Wärmepumpe kommt ohne Wasserleitungen aus, braucht aber Platz für Innen- und Außengeräte, Schallplanung und eine sinnvolle Luftverteilung. Elektrische Einzelraumheizungen nutzen die vorhandene Elektroinstallation, sofern diese passt.

Eigentumswohnung: Elektrische Einzelraumheizungen sind baulich meist einfach umzusetzen. Das Außengerät einer Wärmepumpe kann dagegen Eigentümer- oder Fassadenfragen auslösen.

Ferienhaus oder Zweitwohnsitz: Wenn du nur Wochenenden oder einzelne Wochen heizt, ist eine überschaubare Investition oft wichtiger als maximale Effizienz über das ganze Jahr. Aeroflow für die Haupträume und LUMERA für kurz genutzte Räume können hier gut passen – besonders mit Fernsteuerung und Frostschutz, und ohne Wartungstermine für eine Anlage, die oft wochenlang leer steht.

Gekauftes oder geerbtes Haus: Nicht zuerst bestellen, zuerst Daten sammeln. Typenschild, Jahresverbrauch, Tarif, Gebäude und Elektroinstallation beantworten meist mehr als das Alter des Hauses.

Was kostet der Austausch?

Eine pauschale Eurozahl wäre unseriös, solange nicht klar ist, welches System in welchem Umfang eingebaut wird. Vergleiche deshalb nicht nur den Preis des neuen Heizgeräts. Zur Gesamtrechnung können gehören:

  • Abklemmen und Demontage der Altgeräte,
  • Schadstoffmaßnahmen und Entsorgung,
  • Elektroarbeiten, gegebenenfalls Zählerumbau und Tarifwechsel,
  • das neue Heizsystem inklusive Montage,
  • bei Wärmepumpen gegebenenfalls Wärmeverteilung und bauliche Arbeiten.

Die Investition unterscheidet sich zwischen den Systemen um ein Vielfaches. Orientierungswerte für ein Einfamilienhaus, ohne Förderung:

System Investition inkl. Einbau Quelle / Hinweis
Aeroflow (raumweise) rund 444–859 € pro Gerät, ganzes Haus meist einige tausend Euro Erledy-Shop, Stand 26.09.2026, zzgl. optionaler Montage (+120 € je Gerät)
LUMERA Infrarotheizung (raumweise) rund 439–699 € pro Gerät, je nach Leistungsstufe (400 bis 1.000 W) Erledy-Shop, Stand 28.09.2026, zzgl. optionaler Montage (+120 € je Gerät)
Luft-Luft-Wärmepumpe (Multisplit) rund 3.000 € pro Raum, ganzes Haus ca. 8.000–21.000 € Marktangaben Deutschland 2026
Luft-Wasser-Wärmepumpe ca. 24.000–44.000 € Marktangaben Deutschland 2026
+ fehlende Wärmeverteilung (Rohre, Heizkörper) zusätzlich ca. 8.000–15.000 € nur relevant, wenn keine geeignete wassergeführte Wärmeverteilung vorhanden ist – bei Nachtspeicher-Häusern der Regelfall

Gerade der letzte Punkt wird oft übersehen: Ein Haus mit Nachtspeichern hat in der Regel keine Heizungsrohre und keine Heizkörper. Für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe muss dieses System erst eingebaut werden – mit Wanddurchbrüchen, Leitungen und Verputzarbeiten. Ein schrittweiser Umbau ist technisch möglich, muss aber geplant werden und ist meist deutlich aufwendiger als der raumweise Ersatz durch elektrische Einzelraumlösungen.

Die Wärmepumpen-Spannen stammen aus deutschen Marktübersichten 2026 und hängen stark von Gebäude, Leistung und Region ab. Für Österreich liegen keine gleichwertigen Übersichten vor; die Preise können abweichen. Eine Förderung kann den Eigenanteil in Deutschland deutlich senken (siehe Förderung).

  • Österreich: Für Aeroflow und LUMERA kannst du die Montage durch einen Erledy-Partnerbetrieb optional dazubuchen – oder nur das Produkt bestellen.
  • Deutschland: Erledy liefert Aeroflow und LUMERA nach Deutschland, bietet dort aktuell aber keine Montage an. Anschluss und Prüfung der Installation übernimmt eine Elektrofachkraft deiner Wahl.

Was kostet die neue Heizung im Betrieb?

Hier passieren die meisten Fehlvergleiche.

Die richtige Frage lautet nicht nur: „Wie viele kWh brauche ich?“

Sondern: „Wie viele kWh brauche ich – und was kostet mich jede dieser kWh nach dem Umbau tatsächlich?“

Deine eigene Stromrechnung ist dafür der beste Ausgangspunkt. Such in deiner Jahresabrechnung nach Heizstromverbrauch, Arbeitspreis, HT- und NT-Werten, Grundpreis und zusätzlichen Zählerkosten. Dann gilt:

Jährliche Heizkosten = Verbrauch [kWh] × tatsächlicher Arbeitspreis [€/kWh] + relevante fixe Kosten

Rechenbeispiel: Was verändert ein geringerer Verbrauch?

Ein Modellbeispiel, kein realer Kundenfall:

  • 120 m² Wohnfläche,
  • 12.000 kWh Wärmebedarf pro Jahr (entspricht 100 kWh/m²a – gewählt, weil es leicht nachzurechnen ist, nicht als „typischer Altbau“),
  • elektrische Widerstandsheizung, keine Sanierung,
  • 0,30 €/kWh Strompreis-Referenz – dieselbe Referenz wie in unseren anderen Ratgebern. Laut E-Control liegen die Gesamtkosten für Bestandskund:innen in Österreich derzeit bei rund 25 bis 35 ct/kWh; ausdrücklich kein Nachtstromtarif.
Szenario Verbrauch Jahreskosten bei 0,30 €/kWh
keine Verbrauchsänderung 12.000 kWh 3.600 €
10 % weniger Heizenergie 10.800 kWh 3.240 €
20 % weniger Heizenergie 9.600 kWh 2.880 €

10 % und 20 % sind keine Einsparversprechen von Erledy, Aeroflow oder LUMERA. Sie zeigen nur, was rechnerisch passiert, wenn sich dein tatsächlicher Heizenergieverbrauch – etwa durch bessere Regelung – um diesen Wert verändert.

Die Tarif-Falle

Ein fiktives Beispiel:

Vorher: 12.000 kWh × 0,20 €/kWh (Nachtstrom) = 2.400 €

Nachher: 10.800 kWh × 0,30 €/kWh (Haushaltsstrom) = 3.240 €

Du verbrauchst 10 % weniger Strom – und zahlst trotzdem 840 € mehr, weil jede Kilowattstunde teurer geworden ist.

Nachtstromtarife gibt es weiterhin, meist mit Doppeltarifzähler oder eigenem Heizstromzähler. Achtung beim Vergleichen: Manche Anbieter nennen nur den Energiepreis ohne Netzkosten. Der lässt sich nicht direkt mit einem Gesamtpreis pro kWh vergleichen.

Wärmepumpe zum Vergleich

Eine Wärmepumpe arbeitet physikalisch anders. Bei denselben 12.000 kWh Wärmebedarf und denselben Strompreisen ergibt sich rechnerisch:

JAZ Strombedarf Stromkosten bei 0,30 €/kWh
2,5 4.800 kWh 1.440 €
3,0 4.000 kWh 1.200 €
3,5 ca. 3.430 kWh ca. 1.030 €

Bei hohem Wärmebedarf sind die Stromkosten einer gut geplanten Wärmepumpe deutlich niedriger. Mit einem Wärmepumpen-Tarif oder – in Deutschland – reduzierten Netzentgelten nach § 14a EnWG können sie noch etwas sinken. Dem stehen aber eine deutlich höhere Investition und laufende Wartung gegenüber. Welche JAZ dein Gebäude tatsächlich erreicht, hängt laut Umweltbundesamt unter anderem von Wärmequelle, Vorlauftemperaturen, Gebäude und Auslegung ab. Eine JAZ ist deshalb ein Planungs- oder Messwert, keine Garantie.

Wartung: der Kostenpunkt, der oft fehlt

Stromkosten sind nur ein Teil der laufenden Kosten. Eine Wärmepumpe hat einen Kältekreis, Ventilatoren und – bei Luft-Wasser – ein hydraulisches System. Das braucht regelmäßige Kontrolle.

System Wartung Hinweis
Aeroflow keine regelmäßige Fachwartung vorgesehen kein Kältekreis, keine Hydraulik
LUMERA Infrarotheizung keine laufenden Wartungskosten laut Thermotec gelegentlich abstauben
Luft-Luft-Wärmepumpe ca. 80–200 € pro Jahr Marktangaben; Filter regelmäßig selbst reinigen
Luft-Wasser-Wärmepumpe ca. 150–300 € pro Jahr laut Verbraucherzentrale, zzgl. Arbeits- und Fahrtzeit des Fachbetriebs

Über 15 Jahre summiert sich die Wartung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe damit auf rund 2.250 bis 4.500 € – Reparaturen und Ersatzteile noch nicht eingerechnet. Für die folgende Modellrechnung setzen wir 225 € pro Jahr für Luft-Wasser und 140 € pro Jahr für Luft-Luft als Rechenannahmen an.

Gesamtrechnung über 15 Jahre: Wann rechnet sich was?

Die richtige Frage lautet deshalb nicht: „Welches System verbraucht am wenigsten Strom?“

Sondern: „Was kostet mich mein Heizsystem über viele Jahre – Anschaffung, Strom und Wartung zusammen?“

Gesamtkosten = Investition + Jahre × (Stromkosten + Wartung)

Zwei Modellbeispiele, keine realen Kundenfälle. Annahmen: 0,30 €/kWh, JAZ 3 für beide Wärmepumpen, Mittelwerte der oben genannten Investitionsspannen, 225 € bzw. 140 € Wartung pro Jahr, keine Förderung im Basisszenario, keine Preissteigerung, keine Reparaturen, 15 Jahre Betrachtungszeitraum.

Beispiel 1: Ferienhaus oder Zweitwohnsitz mit 1.500 kWh Wärmebedarf pro Jahr, zwei Räume

System Investition Strom + Wartung pro Jahr Gesamt nach 15 Jahren
Aeroflow / LUMERA ca. 1.500 € 450 € ca. 8.250 €
Luft-Luft-Wärmepumpe (2 Räume) ca. 6.000 € 150 € + 140 € = 290 € ca. 10.350 €
Luft-Wasser-Wärmepumpe ca. 34.000 € 150 € + 225 € = 375 € ca. 39.600 €

Bei geringem Wärmebedarf holt eine Wärmepumpe ihre Mehrinvestition in ihrer Lebensdauer kaum wieder herein.

Beispiel 2: ganzjährig bewohntes Einfamilienhaus mit 12.000 kWh Wärmebedarf pro Jahr, 120 m²

System Investition Strom + Wartung pro Jahr Gesamt nach 15 Jahren
Aeroflow (raumweise) ca. 5.000 € 3.600 € ca. 59.000 €
Luft-Wasser-Wärmepumpe inkl. Wärmeverteilung ca. 45.500 € 1.200 € + 225 € = 1.425 € ca. 66.900 €
Luft-Wasser-Wärmepumpe mit 46 % Förderung auf 28.000 € förderfähige Kosten (DE) ca. 32.600 € 1.425 € ca. 54.000 €
Luft-Luft-Wärmepumpe (Multisplit) ca. 14.500 € 1.200 € + 140 € = 1.340 € ca. 34.600 €

Das Ergebnis ist bewusst ehrlich: Bei hohem Wärmebedarf liegt eine gut umsetzbare Luft-Luft-Wärmepumpe in der Gesamtrechnung klar vorne. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe dagegen kommt in einem Nachtspeicher-Haus ohne Förderung über 15 Jahre nicht günstiger als eine raumweise elektrische Lösung, weil die fehlende Wärmeverteilung die Investition stark erhöht. Mit Förderung in Deutschland (hier 30 % Grundförderung plus 16 % Klimageschwindigkeitsbonus auf maximal 28.000 € förderfähige Kosten) dreht sich das Bild leicht zugunsten der Wärmepumpe. Andere Investitionskosten, Förderhöhen, JAZ-Werte, Tarife oder Nutzungsdauern können die Reihenfolge verändern.

Eine Luft-Luft-Wärmepumpe braucht in jedem beheizten Raum ein Innengerät, Außengeräte an der Fassade und Kältemittelleitungen – im Bad, in kleinen Nebenräumen oder in Wohnungen ist das oft nicht sinnvoll oder nicht erlaubt. Genau dort bleibt eine raumweise elektrische Lösung wie Aeroflow oder LUMERA die naheliegende Ergänzung.

Die Beispiele sind Planungswerte, keine Garantie. Lebensdauer, Reparaturen, Strompreisentwicklung und dein tatsächlicher Verbrauch können das Ergebnis deutlich verschieben. In Österreich sind die Bundesförderungen für neue Registrierungen derzeit ausgeschöpft.

Luft-Luft-Wärmepumpe: günstig im Betrieb, aber ein Klimagerät

Eine Luft-Luft-Wärmepumpe ist technisch eine Split-Klimaanlage mit Heizfunktion. Das erklärt ihre Stärken – und ihre Kompromisse im Alltag, die in keiner Kostenrechnung auftauchen.

Spricht eher dafür Spricht eher dagegen
Niedrige Stromkosten bei hohem Wärmebedarf Außengerät an Fassade, Balkon oder im Garten nötig
Kann im Sommer auch kühlen Außengerät ist hörbar, besonders nachts – Abstand zu Schlafräumen und Nachbarn muss geplant werden
Kein Rohrsystem mit Wasser nötig Wärme kommt als bewegte Luft – das kann als Zugluft empfunden werden, je nach Platzierung und Einstellung
Schnelle Reaktion beim Aufheizen Innengerät pro Raum sichtbar an der Wand, Filter regelmäßig reinigen
Moderne Geräte sind deutlich leiser als früher In Wohnungen oft Zustimmung der Eigentümergemeinschaft oder des Vermieters nötig

Wie ernst das Thema Schall genommen wird, zeigt die deutsche Förderung: Luft-Wasser-Wärmepumpen fördert die KfW laut Verbraucherzentrale nur, wenn das Außengerät mindestens 10 dB leiser ist als die EU-Grenzwerte.

Die richtige Frage lautet deshalb nicht nur: „Was kostet es?“

Sondern auch: „Will ich in jedem Raum ein Klimagerät an der Wand und draußen ein Außengerät, das man hört?“

In der Gesamtrechnung liegt die Luft-Luft-Wärmepumpe bei hohem Wärmebedarf vorne – im Alltag bringt sie Kompromisse mit, die jeder für sich bewerten muss.

Wo endet die einfache Rechnung?

Die Beispiele gelten nur, solange die Annahmen gleich bleiben. Ändern sich beheizte Fläche, Raumtemperatur, Nutzungszeiten, Dämmung, Warmwasserbereitung, Tarif oder PV-Anteil, verändert sich das Ergebnis. Für eine belastbare persönliche Zahl brauchst du deinen tatsächlichen Verbrauch und Tarif.

Welche Förderung gibt es aktuell? (Stand September 2026)

Österreich

Die Mittel der Sanierungsoffensive 2026 sind ausgeschöpft, neue Registrierungen sind derzeit nicht möglich. Bestehende Registrierungen und Anträge bleiben gültig.

Auch „Sauber Heizen für Alle 2026“ ist für neue Registrierungen beendet. Das Programm nannte strombetriebene Nacht- oder Direktspeicheröfen ausdrücklich als mögliche Altanlagen; gefördert wurde deren Ersatz durch Fernwärme, Holzzentralheizung oder Wärmepumpe.

Landesförderungen unterscheiden sich je nach Bundesland – prüfe sie vor dem Kauf bei deiner Landesregierung oder Energieberatungsstelle.

Deutschland

Die KfW-Heizungsförderung (Programm 458) fördert unter anderem elektrisch betriebene Wärmepumpen – auch Luft-Luft-Wärmepumpen als Ersatz für eine Nachtspeicherheizung. Möglich sind je nach Voraussetzungen 30 bis maximal 80 % der förderfähigen Kosten; ein Rechtsanspruch besteht nicht.

  • Klimageschwindigkeitsbonus: Für selbstnutzende Eigentümer, die eine funktionsfähige Nachtspeicherheizung ersetzen, sind derzeit 16 % zusätzlich möglich. Nach aktuellem KfW-Zeitplan sinkt der Bonus ab 1. Februar 2027 halbjährlich.
  • Reihenfolge beachten: Der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden. Baust du den Nachtspeicher vorher aus, lässt sich die funktionsfähige Altanlage unter Umständen nicht mehr nachweisen.
  • Nicht gefördert: Gewöhnliche elektrische Widerstandsheizungen – also auch Aeroflow und Infrarot – sind in der KfW-Heizungsförderung nicht als förderfähige neue Heizsysteme gelistet.

Alter Stromkreis, Zähler und Tarif: Was passiert mit der Installation?

Bestehende Leitungen können passen – müssen aber nicht. Bei mehreren elektrischen Heizkörpern zählt nicht die Leistung eines einzelnen Geräts, sondern die gesamte Installation.

Prüfpunkt Warum er wichtig ist
Stromkreis und Leitungsquerschnitt Muss zur neuen Dauerlast passen
Absicherung Schutz vor Überlastung
Gesamtanschlussleistung und Gleichzeitigkeit Mehrere Heizkörper laufen oft gleichzeitig
Bisherige Lade- und Steuertechnik Wird beim Umbau oft überflüssig
Zähler und Tarif Entscheidet über den Preis jeder kWh

Das prüft eine Elektrofachkraft. Pauschale Aussagen wie „die alten Leitungen passen immer“ sind deshalb zu grob.

Deutschland und § 14a EnWG: Für bestehende Nachtspeicherheizungen gelten laut Bundesnetzagentur die bisherigen Regelungen fort; sie fallen nicht unter das neue Modell der steuerbaren Verbrauchseinrichtungen. Eine neu installierte Wärmepumpe kann dagegen je nach Leistung unter § 14a fallen – mit möglichen Vorteilen beim Netzentgelt.

Aeroflow als mögliches Ersatzsystem

Aeroflow ist selbst keine Nachtspeicherheizung.

Ein Aeroflow lädt nicht nachts Wärme für den folgenden Tag. Er ist eine elektrische Flächenspeicherheizung mit Schamottekern, die direkt und raumweise geregelt wird – über Thermostat, Zeitprogramme und die FlexiSmart-Pro-Steuerung. Der Schamottekern speichert Wärme und gibt sie gleichmäßig wieder ab. Zusätzliche Energie erzeugt er nicht.

Im Erledy-Shop erhältlich: MINI 650, COMPACT 1.300, MIDI 1.950, MAXI 2.450, SLIM 1.200, SLIM 1.600, SLIM 2.000 und SLIM TALL 1.600.

Spricht eher für Aeroflow Spricht eher für ein anderes System
Keine wassergeführte Heizung vorhanden Ganzjährig hoher Wärmebedarf – dann rechnet sich oft eine Luft-Luft-Wärmepumpe
Nachtspeicher sollen raumweise ersetzt werden Wärme wird nur punktuell oder sehr kurz gebraucht – dann passt eher LUMERA
Der bauliche Eingriff soll klein bleiben Außengerät und Schall sind gut lösbar – dann lohnt ein Blick auf die Luft-Luft-Wärmepumpe
Räume sollen getrennt und zeitlich gesteuert werden, ohne Wartungsvertrag Komplettsanierung mit neuer Wärmeverteilung ist ohnehin geplant
Ferien- oder Zweitwohnsitz, der nicht dauerhaft beheizt wird Elektroinstallation müsste mit großem Aufwand erneuert werden

Wann sich ein anderes System in der Gesamtrechnung eher lohnt, entscheidet am Ende die Rechnung aus Investition, Strom und Wartung – nicht das Produkt.

Situation Aeroflow LUMERA Infrarot Wärmepumpe Kombination
hoher Ganzjahresbedarf durchrechnen eher Ergänzung stark prüfen gut
kein Rohrsystem gut gut für Nebenräume Luft-Luft prüfen sehr interessant
Ferienhaus, geringer Bedarf sehr gut sehr gut rechnet sich selten gut
Bad, Homeoffice, Hobbyraum möglich sehr gut oft unverhältnismäßig –
geringer baulicher Eingriff stark stark Luft-Luft mittel, Luft-Wasser hoch gut
kein Wartungsaufwand gewünscht stark stark jährliche Wartung gemischt

Garantie: Thermotec gibt auf Aeroflow eine Herstellergarantie von 30 Jahren auf Wärmeerzeugung und Bedienbarkeit des Grundgeräts. Maßgeblich sind die Garantiebedingungen des Herstellers.

LUMERA Infrarotheizung: die Ergänzung für kurz genutzte Räume

Nicht jeder Raum braucht dieselbe Heizung. Wo Wärme nur zeitweise gebraucht wird – im Bad am Morgen, im Homeoffice, im Hobby- oder Gästezimmer – ist eine Infrarotheizung oft die passendere Wahl als ein Speicherheizkörper.

LUMERA ist die Infrarotheizung von Thermotec, dem Hersteller von Aeroflow. Sie ist in vier Leistungsstufen von 400 bis 1.000 W erhältlich und arbeitet mit der sogenannten Duo-Chamber-Technologie: Ein Kammer- und Reflektorsystem lenkt die Wärme nach vorne in den Raum, statt sie nach hinten in die Wand abzugeben.

Auch eine Infrarotheizung macht aus einer Kilowattstunde Strom nicht mehr als eine Kilowattstunde Wärme. Ihr Vorteil liegt woanders: Sie wärmt schnell und direkt dort, wo du bist – und nur dann, wenn du den Raum nutzt.

Aeroflow LUMERA Infrarotheizung
Wärmeabgabe Strahlung und Konvektion, gleichmäßig über Speicherkern überwiegend Strahlung, direkt spürbar
Ideal für Räume, die viele Stunden am Tag warm sein sollen Räume und Zonen mit kurzer, punktueller Nutzung
Typische Räume Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche Bad, Homeoffice, Hobbyraum, Gästezimmer
Montage optional durch Partnerbetrieb (AT) optional durch Partnerbetrieb (AT)
Wartung keine regelmäßige Fachwartung vorgesehen keine laufenden Wartungskosten laut Thermotec

Im Nachtspeicher-Haus ist die Kombination oft am stimmigsten: Aeroflow ersetzt die Nachtspeicher in den Haupträumen, LUMERA übernimmt die Räume, in denen bisher ein großer Speicherofen für ein paar Stunden Nutzung durchgeheizt hat.

Wie das im Einfamilienhaus konkret aussieht, zeigt unser Ratgeber LUMERA Infrarotheizung im Einfamilienhaus: Keller, Werkstatt, Homeoffice.

LUMERA Infrarot-Panele ansehen →

Infrarotheizung im Heizungsplaner planen →

Welche Heizleistung brauchst du?

Eine seriöse allgemeine Regel wie „pro m² brauchst du X Watt“ gibt es nicht – eine W/m²-Zahl ist eine Näherung, keine Heizlastberechnung. Der Erledy-Heizungsplaner verwendet ohne genauere Gebäudedaten diese Orientierungswerte:

Dämmstandard Orientierungswert
gut gedämmt ca. 65 W/m²
normal gedämmt ca. 85 W/m²
schwach gedämmt ca. 105 W/m²

Das sind die Werte für Aeroflow. Für LUMERA-Infrarotpaneele rechnet der Planer mit ca. 55, 75 bzw. 105 W/m². Auf alle Werte schlägt er 10 % Reserve auf.

Genauer wird es, wenn du zusätzlich Raumhöhe, Heiztage, den HWB aus dem Energieausweis, deinen bekannten Jahresverbrauch oder die beheizte Gesamtfläche angibst. Bekannte Verbrauchsdaten und der HWB werden im Planer höher gewichtet als die einfache Dämmklassen-Schätzung.

Der Heizungsplaner liefert einen Planungswert. Er ersetzt keine normgerechte Heizlastberechnung.

Heizung in 3 Schritten planen →

Nachtspeicher ersetzen: Diese 5 Fragen solltest du dir stellen

  1. Ist in deinem Gebäude kein wassergeführtes Heizsystem vorhanden?
  2. Nutzt du einzelne Räume unterschiedlich oder nur zeitweise?
  3. Soll der bauliche Eingriff möglichst klein bleiben?
  4. Ist dein Wärmebedarf überschaubar – etwa in einer Wohnung, einem gut gedämmten Haus oder einem Ferienhaus?
  5. Ist deine Elektroinstallation voraussichtlich geeignet?

Mehrfach Ja: Eine raumweise elektrische Lösung oder eine Kombination kann gut passen und sollte konkret durchgerechnet werden.

Unklar: Sammle zuerst Typenschilder, Verbrauch, Tarif und Raumdaten.

Mehrfach Nein: Prüfe eine Wärmepumpe oder eine größere Sanierung ernsthaft – sie ist bei deinem Gebäude wahrscheinlich der größere Hebel.

Typische Fehler beim Nachtspeicher-Ersatz

  • Nur den Gerätepreis vergleichen – oder nur die Stromkosten.
  • Wartungskosten und fehlende Wärmeverteilung bei der Wärmepumpe nicht einrechnen.
  • Den bisherigen Nachtstromtarif vergessen.
  • Anschlussleistung mit Heizlast gleichsetzen.
  • Die Wärmepumpe vorschnell ausschließen – oder die Luft-Luft-Wärmepumpe gar nicht mitprüfen.
  • Bei der Luft-Luft-Wärmepumpe nur die Kosten sehen und Außengerät, Schall und Luftbewegung nicht mitbewerten.
  • Schadstoffe erst beim Ausbau beachten.
  • Den Nachtspeicher vor dem Förderantrag ausbauen.
  • W/m² wie eine exakte Heizlast verwenden.
  • Alle Räume gleich behandeln – statt Dauer- und Kurzzeiträume unterschiedlich zu lösen.
  • Vorhandene Leitungen ungeprüft voraussetzen.
  • Eine Werbe-Einsparung als persönliche Verbrauchsprognose verstehen.

Schritt für Schritt: So triffst du die Entscheidung

  1. Typenschilder fotografieren.
  2. Schadstoffstatus klären.
  3. Jahresverbrauch heraussuchen.
  4. Tarif und Zähler prüfen.
  5. Räume und Nutzungszeiten erfassen.
  6. Weiterbetrieb als echte Option mitrechnen.
  7. Aeroflow, LUMERA, Wärmepumpe und Kombination vergleichen.
  8. Investition, Strom und Wartung über mehrere Jahre gemeinsam betrachten – und Förderung vor Beginn beantragen.
  9. Elektroinstallation prüfen lassen.
  10. Erst dann kaufen.

FAQ: Nachtspeicher ersetzen

Sind Nachtspeicher verboten?

Nein. Weder in Österreich noch in Deutschland gibt es eine generelle Pflicht, funktionierende Nachtspeicher wegen ihres Alters auszutauschen. In Deutschland gelten für den Neueinbau von Stromdirektheizungen zwar Regeln nach § 46 GModG – der Austausch bestehender Einzelraum-Stromdirektheizungen ist davon aber ausgenommen.

Hat jeder alte Nachtspeicher Asbest?

Nein. Baujahr und Hersteller geben Hinweise, der konkrete Gerätetyp muss aber geprüft werden. Bis dahin bleibt das Gerät geschlossen.

Kann ich meinen Nachtspeicher selbst abbauen?

Bei ungeklärtem Schadstoffstatus nein. Das Bayerische Landesamt für Umwelt rät privaten Besitzern ausdrücklich vom eigenen Rückbau ab; in Österreich dürfen Asbestarbeiten nur ermächtigte Unternehmen durchführen.

Wie entsorge ich einen alten Nachtspeicher?

Nicht zuerst zerlegen und dann eine Entsorgungsstelle suchen. Schadstoffstatus, Demontage und Annahmebedingungen vorher klären – asbest- oder chromathaltige Geräte brauchen fachgerechten Umgang.

Ist eine Infrarotheizung effizienter als andere Elektroheizungen?

Nicht im Sinn eines höheren Wirkungsgrads – jede elektrische Widerstandsheizung macht aus einer kWh Strom rund eine kWh Wärme. Unterschiede entstehen durch Art und Dauer der Nutzung.

Spart Aeroflow automatisch 30, 40 oder 50 %?

Nein. Eine pauschale Einsparquote wäre ohne definierte Ausgangslage und nachvollziehbare Berechnung nicht seriös. Einsparungen entstehen durch Regelung und Nutzung – und können durch einen teureren Tarif aufgezehrt werden.

Aeroflow oder LUMERA – was passt wofür?

Aeroflow für Räume, die viele Stunden am Tag warm sein sollen, etwa Wohn- und Schlafzimmer. LUMERA für Räume mit kurzer, punktueller Nutzung wie Bad, Homeoffice oder Hobbyraum. In vielen Häusern ist die Kombination beider am sinnvollsten.

Welche Wartung braucht eine Wärmepumpe?

Die Verbraucherzentrale empfiehlt jährlich bis alle zwei Jahre eine Kontrolle von Bauteilen, Dichtheit, Druck und Temperatur und nennt dafür rund 150 bis 300 € pro Jahr, zuzüglich Arbeits- und Fahrtzeit. Elektrische Direktheizungen wie Aeroflow oder LUMERA haben keinen Kältekreis und keine Hydraulik und brauchen keinen Wartungsvertrag.

Ist Nachtstrom immer billiger?

Nein. Preise und Messkonzepte unterscheiden sich stark. Vergleiche immer den Gesamtpreis pro kWh inklusive Netz- und Zählerkosten.

Ist eine Wärmepumpe im Altbau ungeeignet?

Nein. Entscheidend sind Wärmebedarf, nötige Vorlauftemperaturen, Wärmequelle und Auslegung. Das Umweltbundesamt zeigt auch erfolgreiche Altbauanwendungen. In einem Nachtspeicher-Haus kommt aber fast immer die fehlende Wärmeverteilung als großer Kostenblock dazu.

Ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe laut?

Das Außengerät hat einen Ventilator und einen Verdichter und ist hörbar – wie stark, hängt von Gerät, Leistung und Aufstellort ab. Moderne Geräte sind deutlich leiser als früher, trotzdem solltest du den Abstand zu Schlafzimmerfenstern und Nachbarn vorab planen. Auch das Innengerät ist im Betrieb leise wahrnehmbar.

Kann eine Split-Klimaanlage wirklich heizen?

Ja. Eine Split-Anlage mit Heizfunktion ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe. Die KfW nennt den Ersatz einer Nachtspeicherheizung durch eine solche Anlage sogar als Förderbeispiel.

Verliere ich die Förderung, wenn ich den Nachtspeicher vorher ausbaue?

Das kann passieren. Der Klimageschwindigkeitsbonus der KfW setzt den Ersatz einer funktionsfähigen Altanlage voraus, und der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden. Erst beantragen, dann ausbauen.

Brauche ich beim Austausch immer neue Leitungen?

Nicht zwingend. Die vorhandene Installation muss aber zur neuen Belastung passen – das prüft eine Elektrofachkraft.

Macht Photovoltaik elektrisches Heizen im Winter kostenlos?

Nein. Im Winter ist der Heizbedarf am höchsten und der PV-Ertrag am niedrigsten. PV kann in der Übergangszeit helfen, deckt im Winter aber nur einen kleinen Teil.

Muss ich alle Räume gleichzeitig umstellen?

Nein. Ein raumweiser Austausch oder eine Kombination verschiedener Systeme kann sinnvoll sein – und verteilt die Investition.

So rechnen wir bei Erledy

Für die Beispiele in diesem Ratgeber verwenden wir zwei bewusst einfache, nachvollziehbare Formeln:

Elektrische Widerstandsheizung: Jahreskosten = Stromverbrauch [kWh] × tatsächlicher Arbeitspreis [€/kWh] + relevante fixe Tarif- und Zählerkosten

Wärmepumpe: Strombedarf [kWh] ≈ benötigte Nutzwärme [kWh] ÷ JAZ

Gesamtkosten = Investition + Jahre × (Stromkosten + Wartung)

Referenzwerte: 0,30 €/kWh Strompreis, JAZ 3 als mittlerer Planungswert, Mittelwerte veröffentlichter Investitionsspannen, 225 € (Luft-Wasser) bzw. 140 € (Luft-Luft) Wartung pro Jahr, 15 Jahre Betrachtungszeitraum. Reparaturen, Ersatzteile und Preissteigerungen sind nicht eingerechnet.

Was wir bewusst nicht in eine einfache Modellrechnung hineinlegen:

  • eine garantierte Energieeinsparung,
  • eine garantierte JAZ,
  • einen dauerhaft gleichen Strompreis,
  • eine exakte Heizlast aus Quadratmetern,
  • eine automatische Wirtschaftlichkeit durch PV,
  • gleiches Nutzungsverhalten vor und nach dem Umbau.

Eine Modellrechnung ist ein Planungswert – keine Garantie.

Über den Autor

Clemens Weixelbaumer — Gründer und Geschäftsführer von Erledy.

Dieser Ratgeber folgt der bei Erledy verwendeten Entscheidungslogik für Heizsysteme. Ziel ist nicht, eine bestimmte Heizung für jedes Gebäude zu empfehlen – auch nicht die, die wir selbst verkaufen – sondern nachvollziehbar zu zeigen, welche Lösung technisch und wirtschaftlich zum jeweiligen Haus passt.

Fazit: Erst Gebäude und Tarif verstehen, dann das System wählen

Der richtige Nachtspeicher-Ersatz hängt weniger vom Alter des Geräts ab als von Gebäude, Wärmebedarf, Nutzung, Stromtarif und vorhandener Infrastruktur.

Deshalb sind drei Ergebnisse gleichermaßen richtig:

  • Weiterbetreiben: wenn Bestand, Tarif und Nutzung passen.
  • Raumweise ersetzen: mit Aeroflow für die Haupträume und LUMERA für kurz genutzte Räume – wenn Flexibilität, überschaubare Investition und kein Wartungsaufwand entscheidend sind.
  • Größer denken: wenn dein Gebäude dauerhaft viel Wärme braucht und eine Wärmepumpe – inklusive Investition und Wartung – langfristig die bessere Gesamtrechnung ergibt.

Gerade diese Unterscheidung schützt vor zwei typischen Fehlern: ein altes Gerät einfach durch ein neues gleicher Leistung zu ersetzen – oder eine Wärmepumpe nur nach den Stromkosten zu bewerten.

Nächster Schritt

Du willst wissen, welche Heizleistung deine Räume ungefähr brauchen? Dann findest du bei Erledy den Heizungsplaner für Aeroflow und LUMERA sowie alle Modelle.

Heizung in 3 Schritten planen →

Infrarotheizung planen →

Aeroflow-Modelle ansehen →

LUMERA-Modelle ansehen →

Lieber mit jemandem durchgehen? In der Beratung schauen wir uns Typenschild, Verbrauch und Räume gemeinsam an – und sagen dir auch, wenn für dein Haus eine Wärmepumpe die bessere Wahl ist. Kostenlos. Du entscheidest danach.

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Methodik und Quellen

Dieser Ratgeber folgt dem Grundsatz: erst Physik und Primärquellen, dann Produktinformation. Rechtsstand, Förderung, Tarife und Produktangaben: Stand 26.09.2026. Erledy-Seiten dienen nur als Quelle für eigene Produkte, Leistungen und Prozesse.

– Bundesregierung — Neues Gebäudemodernisierungsgesetz

– Gesetze im Internet — § 46 GModG, Einbau einer Stromdirektheizung

– KfW — Heizungsförderung für Privatpersonen, Programm 458

– Bundesnetzagentur — Steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG

– Verbraucherzentrale — Kosten und Förderung: Womit muss ich bei einer Wärmepumpe rechnen?

– Vattenfall — Kosten einer Wärmepumpe im Einfamilienhaus (Marktangaben 2026)

– reduco — Nachtspeicherheizung ersetzen: Kosten der fehlenden Wärmeverteilung (Marktangaben 2026)

– reduco — Multisplit-Klimaanlage: Kosten und Wartung (Marktangaben 2026)

– thermondo — Luftwärmepumpe Kosten: Luft-Luft-Wärmepumpe pro Raum (Marktangaben 2026)

– Umweltbundesamt — Umgebungswärme, Wärmepumpen und Jahresarbeitszahl

– Bayerisches Landesamt für Umwelt — Nachtspeicherheizgeräte, Sammlung und Entsorgung

– RIS — Erneuerbare-Wärme-Gesetz

– OIB — OIB-Richtlinien und Umsetzung in den Bundesländern

– oesterreich.gv.at — Sanierungsoffensive 2026

– KPC / Umweltförderung — Sauber Heizen für Alle 2026

– E-Control — Was kostet eine Kilowattstunde?

– Stadt Wien — Spezielle Abfallarten, Nachtspeicheröfen

– Arbeitsinspektion Österreich — Asbest

– Thermotec — Aeroflow Bedienungs- und Garantieunterlagen

– Thermotec — LUMERA Infrarotheizung mit Duo-Chamber-Technologie

– Erledy — Heizungsplaner, Produkt- und Preisangaben Aeroflow und LUMERA

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